AR-Brillen im IT-Infrastrukturservice und in der Logistik – wie hands-free Unterstützung in der Praxis funktioniert
AR-Brillen im IT-Infrastrukturservice verkürzen die Interventionszeit und reduzieren das Risiko von Fehlern. Die Technologie verbindet Dokumentation und Serviceanweisungen in einer einzigen Benutzeroberfläche, die direkt im Sichtfeld des Technikers angezeigt wird.
In der Praxis erhält der Techniker die Aufgabe direkt über die Brille. Das System führt ihn zum richtigen Gerät, hilft bei der Identifizierung und zeigt anschließend Schritt-für-Schritt-Anweisungen an.
Nach Abschluss der Arbeit speichert das System die durchgeführten Schritte im Service-System. Die Dokumentation wird automatisch während der Intervention erstellt.
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Warum AR in Rechenzentren und bei der Wartung von Infrastruktur besonders sinnvoll ist
Die Wartung von IT-Infrastruktur findet in einer Umgebung mit hoher Komplexität statt. An einem Standort können sich hunderte Geräte befinden, die sehr ähnlich aussehen. Unter solchen Bedingungen kommt es leicht zu Verwechslungen.
Ein Serviceeinsatz beginnt häufig damit, das richtige Gerät zu finden. Erst danach kann der Techniker mit der Diagnose und Reparatur beginnen. Gleichzeitig ist der Zeitdruck hoch.
Ein Ausfall eines IT-Systems kann zu Serviceunterbrechungen oder zur eingeschränkten Verfügbarkeit geschäftskritischer Systeme führen.
Ein weiteres Problem ist die Verfügbarkeit von Experten. In vielen Organisationen betreuen Spezialisten mehrere Standorte gleichzeitig und können nicht immer vor Ort sein.
Genau deshalb beginnen AR-Brillen eine wichtige Rolle in der Wartung von Infrastruktur zu spielen. Die Technologie bringt Anleitungen, Gerätedaten und die Kommunikation mit Experten direkt in das Arbeitsfeld des Technikers.
Der Techniker muss nicht mehr zwischen Laptop, Dokumentation und Geräten wechseln. Alle notwendigen Informationen erscheinen genau dort, wo sie benötigt werden.
AR ersetzt nicht die Kompetenz der Mitarbeiter. Die Technologie reduziert vor allem Zeitverluste und minimiert das Risiko von Fehlern, die durch unklare Anweisungen entstehen.

Wie der Service von IT-Infrastruktur mit AR-Brillen aussieht
In einer ausgereiften Implementierung unterstützen AR-Brillen den Techniker in jeder Phase der Intervention. Der Prozess beginnt mit der Annahme der Aufgabe und endet mit der automatischen Speicherung eines Berichts im Service-Management-System.
Start der Aufgabe
Der Techniker setzt die AR-Brille auf und sieht sofort Informationen zur Aufgabe. Die Daten stammen aus dem Ticket-System, zum Beispiel CMMS oder ITSM.
Im Sichtfeld erscheinen die Problembeschreibung, die Geräte-ID sowie der Standort. Häufig stehen auch Informationen über frühere Interventionen und Sicherheitshinweise zur Verfügung.
Dadurch kann der Techniker sofort mit der Arbeit beginnen, ohne Dokumentationen durchsuchen oder mehrere Tools gleichzeitig nutzen zu müssen.
Navigation zum Gerät
Nach Annahme der Aufgabe führt das System den Techniker zum richtigen Ort.
Die AR-Brille zeigt die Richtung und eine Mini-Karte des Gebäudes an. Der Techniker sieht, wohin er gehen muss und in welchem Rack-Schrank sich das betreffende Gerät befindet.
In großen Infrastrukturstandorten verkürzt diese Funktion die Zeit bis zum Erreichen des Geräts erheblich und wirkt sich direkt auf die Reparaturzeit aus.
Identifikation des Geräts
Am Arbeitsplatz angekommen, hilft das System zu bestätigen, dass sich der Techniker beim richtigen Gerät befindet.
Die Identifikation kann auf verschiedene Weise erfolgen. Am häufigsten werden QR-Codes oder Computer Vision verwendet. Im Sichtfeld erscheinen der Gerätename, die Geräte-ID und ein Diagramm der Komponenten.
Dies ist ein sehr wichtiger Schritt im Prozess. In vielen Rechenzentren sehen Geräte nahezu identisch aus. Eine eindeutige Identifikation minimiert das Risiko von Fehlern.
Visuelle AR-Hinweise
Ein weiterer Bestandteil des Systems ist die Ebene visueller Hinweise.
Auf dem Bild des Geräts erscheinen Markierungen, Pfeile und Hervorhebungen bestimmter Komponenten. Der Techniker sieht genau, welches Element überprüft oder ersetzt werden muss.
Diese Lösung reduziert das Risiko von Fehlern, besonders in Umgebungen, in denen viele Komponenten ähnlich aussehen.
Durchführung der Reparatur
Während der Reparatur arbeitet der Techniker im Hands-free-Modus.
Informationen werden direkt im Sichtfeld angezeigt. Es ist nicht nötig, einen Laptop oder ein Smartphone zu verwenden. Das System führt den Techniker durch die einzelnen Schritte der Prozedur.
Dadurch wird die Arbeit flüssiger und die Anzahl der Unterbrechungen während der Aufgabe deutlich reduziert.
Validierung der Arbeit
Nach Abschluss der Reparatur fordert das System eine Bestätigung der wichtigsten Schritte an. Der Techniker überprüft, ob die Komponente korrekt funktioniert und ob das Gerät ordnungsgemäß gestartet wurde.
Die Bestätigung kann per Sprachbefehl oder durch eine einfache Geste erfolgen.
Dieser Schritt erhöht die Qualität des Serviceprozesses. Jeder Schritt wird formell bestätigt.
Dokumentation der Intervention
Der letzte Schritt ist die Speicherung der Arbeitsergebnisse im Service-Management-System.
Das System speichert automatisch die ausgeführten Tätigkeiten, die Dauer der Intervention sowie visuelle Materialien. Die Dokumentation entsteht während der Arbeit des Technikers und ist dadurch genauer und vollständiger.
Die Daten können später zur Analyse von Serviceprozessen und zur Optimierung der Arbeit von Infrastruktur-Maintenance-Teams genutzt werden.

AR in Logistik und Lagerhaltung
AR-Technologie findet auch in der Logistik Anwendung. Eines der häufigsten Beispiele ist die Kommissionierung von Bestellungen in Lagerhäusern.
Der Mitarbeiter startet den Prozess, und das System führt ihn zum richtigen Regal und zum entsprechenden Behälter. Die Brille zeigt die genaue Stelle an, an der das Produkt entnommen werden soll.
Nach dem Scannen des Codes bestätigt das System die Richtigkeit des Artikels und zeigt den nächsten Schritt an.
Solche Lösungen verkürzen die Kommissionierzeit und reduzieren die Anzahl der Fehler. In Pilotprojekten bei DHL führte der Einsatz von Smart Glasses zu einer Effizienzsteigerung bei der Kommissionierung von bis zu etwa 25 Prozent.

Architektur der AR-Lösung
Ein AR-System für den Infrastrukturservice besteht aus mehreren technologischen Ebenen.
Die erste Ebene ist die Hardware. Dazu gehören Brillen, die mit Kamera, Mikrofon und einem Display im Sichtfeld des Nutzers ausgestattet sind.
Die zweite Ebene ist die AR-Anwendung. Sie ist für die Anzeige von Aufgaben, Anweisungen und visuellen Hinweisen verantwortlich.
Ein weiteres Element ist die Plattform für Remote-Support. Sie ermöglicht die Verbindung des Technikers mit einem Experten sowie die Übertragung von Bildmaterial in Echtzeit.
In fortgeschritteneren Implementierungen gibt es außerdem eine Ebene zur Geräteerkennung. Diese nutzt Computer Vision oder QR-Codes.
Den größten Mehrwert bringen jedoch Integrationen mit Unternehmenssystemen wie CMMS, ERP und ITSM-Plattformen. Dadurch wird AR zu einem Teil des vollständigen operativen Prozesses.

Wie sich der Erfolg einer AR-Implementierung messen lässt
Organisationen, die AR-Brillen im Infrastrukturservice einsetzen, analysieren in der Regel mehrere zentrale Kennzahlen.
Eine der wichtigsten ist MTTR (Mean Time to Repair), also die durchschnittliche Reparaturzeit. Eine weitere wichtige Kennzahl ist FTFR (First-Time Fix Rate), die zeigt, wie viele Fälle bereits beim ersten Einsatz gelöst werden konnten.
Weitere relevante Kennzahlen sind die Anzahl der Eskalationen an Experten sowie die Anzahl der Fehler, die eine erneute Intervention erfordern. In vielen Fällen werden auch die
Anzahl der Vor-Ort-Einsätze von Experten sowie die Zeit für die Schulung neuer Techniker analysiert.
Diese Kennzahlen zeigen in der Praxis am deutlichsten den tatsächlichen Mehrwert einer AR-Implementierung.

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Jakub Orczyk
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